Weisheitszahn OP – Entfernung von Weisheitszähnen

Weisheitszahn OP – Entfernung von Weisheitszähnen

Entfernung von Weisheitszähnen – wann und warum werden sie entfernt?

Mit Weisheitszähnen verbindet man oft Zahnfleischentzündungen, Zahnfehlstellungen oder gar andere Schäden an den Zähnen. Ihrem Namen machen somit keine Ehre.
 Natürlich gibt es aber auch Fälle, in denen keinerlei Probleme auftreten und die Zähne einfach im Kiefer verbleiben können.

Anhand des Röntgenbildes kann der Zahnarzt feststellen, ob Weisheitszähne vorhanden sind und diese unter Umständen gezogen werden müssen. Der Eingriff an sich ist kein leichter. Der Zahnarzt weiß, ob dieser notwendig ist. In der Regel werden Weisheitszähne ambulant oder unter örtlicher Betäubung entfernt. Gestaltet sich der Eingriff als schwierig oder müssen gleich mehrere Zähne auf einmal gezogen werden, ist eine Vollnarkose ratsam oder auch nötig. Sollten Sie, wie bei vielen Menschen durchaus üblich, Angst vor dem Zahnarzt und damit der Operation haben, kann der Zahnarzt Ihnen ein Medikament gegen die Angst geben.

Im günstigsten Fall ist der Zahn komplett herausgewachsen und kann somit wie die anderen Zähne gezogen werden. Ist er noch teilweise oder sogar ganz im Kieferknochen verborgen, muß ein kleiner Teil des Kieferknochens abgetragen werden.
Da der Kiefer von Erwachsenen dichter ist und sich die Zähne schwerer ziehen lassen, sollten somit die Weisheitszähne so früh wie möglich entfernt werden.
 Komplikationen durch die Entfernung treten eher selten auf. In Einzelfällen kann es zum Bruch des Unterkiefers, Gefühlsstörungen in der Zunge und Lippe nach einer Nervenverletzung und einer Eröffnung der Kieferhöhle kommen. Nehmen Sie bitte den Rat des Zahnarztes an! Schonen Sie sich unbedingt nach dem Eingriff! Somit wird die Gefahr von Nachblutungen und Infektionen um ein Vielfaches minimiert.

Aber was macht diese Weisheitszähne eigentlich so besonders?

Weisheitszähne gehören zu den 32 Zähnen, die das menschliche Gebiss aufweist. Schauen wir uns den Lauf der Evolution an, stellen wir schnell fest, dass unsere Kieferknochen kleiner geworden sind, da wir keine grobe Nahrung mehr kauen müssen.
Die Verkleinerung des Kiefers hat zur Folge, dass unter Umständen nicht mehr genügend Platz für alle Zähne ist.

Unsere Weisheitszähne sind davon betroffen, weil ihre Entwicklung erst später stattfindet. Sie treten erst im “weisen” Erwachsenenalter durch unser Zahnfleisch und sind somit die letzten Zähne in unserer Zahnreihe. Sichtbar werden sie erst auf dem Röntgenbild bei Jugendlichen ab dem Alter von 14 Jahren. Bei manchen Menschen treten sie allerdings gar nicht hervor und bleiben als sogenannte retinierte Weisheitszähne im Kiefer zurück. Weisheitszähne sind auch nicht bei allen Menschen angelegt. Manche haben gar keine oder auch weniger als vier. Sehr selten, aber durchaus möglich, haben Menschen sogar fünf oder sechs davon. Der Zahnarzt kann das ebenfalls durch das Röntgenbild feststellen.

Wann müssen Weisheitszähne entfernt werden?

Die Entfernung der Weisheitszähne ist wohl die häufigste Operation in der Zahnmedizin. Sobald die Weisheitszähne Schmerzen verursachen oder mit Schwierigkeiten zu rechnen ist, sollte so früh wie möglich über die Entfernung nachgedacht werden, im günstigsten Fall vor dem 20. Lebensjahr. Das Wurzelwachstum ist bei jugendlichen Menschen noch nicht ganz abgeschlossen und der Kieferknochen noch nicht ganz so fest. Ab einem Alter von 25 verdichtet sich der Kiefer mehr und mehr, das Ziehen gestaltet sich zunehmend schwieriger.

In einigen Fällen besteht die Möglichkeit, die Weisheitszähne zu erhalten, da der Kiefer den notwendigen Platz dafür bietet. Das gilt auch für die sogenannten retinierten Zähne, die sich noch komplett im Kiefer befinden. In jedem Fall ist das Aufsuchen des Zahnarztes empfohlen. Mithilfe eines Röntgenbildes und einer anschließenden Besprechung über das genaue Vorgehen erhalten Sie Klarheit.

In den meisten Fällen ist es ratsam, die Weisheitszähne zu entfernen, wenn sie noch keine Schmerzen bereiten. Das dient als vorbeugende Maßnahme, denn sie können bereits andere Zähne und das Zahnfleisch schädigen. Oftmals brechen die Weisheitszähne durch, aber nicht komplett. Ein Teil des Zahnes ist weiterhin von Zahnfleisch bedeckt.

„Schonen Sie sich unbedingt nach dem Eingriff! Somit wird die Gefahr von Nachblutungen und Infektionen um ein Vielfaches minimiert.“ (Dr. Goldin)

Es bildet sich meistens eine tiefe Zahnfleischtasche, in der sich Bakterien sammeln. Die Folge ist eine ständige Entzündung im Mund. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Weisheitszähne schwierig zu reinigen sind. So entsteht ein guter Nährboden für Bakterien, die leider auch die Nachbarzähne angreifen können. Weisheitszähne sind außerdem nicht so stabil wie normale Zähne.

Weisheitszähne, die im Kiefer verbleiben, machen in den seltenen Fällen Probleme. Sie führen aber in einigen Fällen zu Schmerzen und Entzündungen, gepaart mit Bildung von Zysten und Abszessen. Eine Folge kann sein, dass sie die Nachbarzähne angreifen, wenn sie beispielsweise quer im Kiefer liegen. Damit kann die Entzündung auf die anderen Zähne übergehen, da die Zähne auf die Nachbarzähne drücken.

Gerade Jugendliche klagen über gesundheitliche Probleme, wenn die Zähne durchbrechen. Die Probleme können sich in vergrößerten Lymphknoten, Schleimhautproblemen oder Schwellungen im Mund äußern.
Viele betroffene Patienten klagen auch über Schluckbeschwerden oder Ohrenschmerzen. Es muss umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden, damit abgeklärt werden kann, ob der Kiefer Platz für die zusätzlichen Zähne bietet. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Zahnstellung verändert. Zähne, die ursprünglich korrekt stehen, vor allen Dingen im Unterkiefer, schieben sich ansonsten übereinander.
Eine entsprechende Prognose zu geben, hängt auch vom Alter des Patienten ab. Bei einem 14 jährigen Menschen befinden sich die Knochen noch im Wachstum und evtl haben die Weisheitszähne genügend Platz. Bei einem 20 jährigen Menschen hingegen ist das Wachstum abgeschlossen.

Wie werden Weisheitszähne entfernt?

Ist der Weisheitszahn herausgewachsen und besitzt eine relativ gerade Wurzel, kann er wie jeder andere normale Zahn gezogen werden. Befindet er sich noch tiefer im Kiefer, muss er operativ entfernt werden. Grundsätzlich wird vor jedem Eingriff der Kiefer geröntgt. Erst dann weiß der Zahnarzt sicher, wie der Zahn liegt und die Wurzeln verlaufen.
Die Operation:
Operationen werden meistens ambulant von einem Zahnarzt oder Kieferchirurgen durchgeführt. Eine örtliche Betäubung, die sog. Lokalanästhesie, reicht, um bis zu 2 Zähne zu entfernen. Der Patient hat keine Schmerzen, ist bei Bewusstsein. Wer Angst vor dem Eingriff hat, kann sich auch Angst lösende oder beruhigende Medikamente vom Zahnarzt verabreichen lassen.

Die Vollnarkose kommt nur bei sehr schwierigen Eingriffen zum Einsatz oder wenn drei bis vier Weisheitszähne gleichzeitig entfernt werden müssen.
Bei der Operation wird das Zahnfleisch zunächst aufgeschnitten und zur Seite geklappt. Anschließend löst der Arzt die Wurzelhaut vom Zahn. Sind die Wurzeln gerade, kann der Zahn direkt mit speziellen Zangen herausgezogen werden.

Sind die Wurzeln oder Zähne stark abgewinkelt und stecken noch komplett im Knochen, muss der Kiefer eröffnet werden. Die Knochenschicht, die sich darüber befindet, wird teilweise abgetragen. Danach wird der Zahn mit speziellen Instrumenten meistens in drei Teilen herausgezogen. Sind die Weisheitszähne bereits durch Karies gestört, kann es leider passieren, dass die Wurzel abbricht. Es ist aber wichtig, dass sie komplett entfernt wird. Tritt so ein Fall ein, muss ein kleiner Teil des Knochens, der die Wurzel umschließt, entfernt werden, um einen Zugang zu ihr zu schaffen.

Durch das Ziehen des Weisheitszahnes entsteht ein größeres Loch im Kieferknochen, dass sorgfältig und gründlich von Knochensplittern gereinigt werden muss. Nach diesem Vorgang wird das Loch mit desinfizierenden Lösungen gespült und die Wunde anschließend zugenäht. Sollte die Zahnhöhle sehr groß sein, wird die Wunde nur teilweise vernäht. In die Höhle wird eine Tamponade mit einer antibiotikahaltigen Lösung gelegt, die nach ca. drei bis fünf Tagen wieder entfernt wird.

Nach fünf bis sieben Tagen werden dann die Fäden gezogen. Nach acht bis zehn Tagen ist die Wunde so gut wie verheilt. Allerdings kann es auch länger dauern, wenn der Kiefer geöffnet werden musste. In den nächsten Monaten bildet sich der Knochen nach.

Können Komplikationen bei der Operation auftreten? Wenn ja, welche?

In den meisten Fällen sind die Nachwirkungen der Entfernung der Weisheitszähne harmlos. Häufig schwillt die Wange nach dem Eingriff an. Manchmal treten auch blaue Flecken auf. Auch Nachblutungen sind nicht ungewöhnlich. Es kann alles schlimmer aussehen, als es ist. Nachblutungen können Sie leicht stoppen, indem Sie zum Beispiel auf ein Stofftaschentuch beißen.Kühlen hilft, die Schwellung zu lindern. Schmerzen nach dem Eingriff sind ebenfalls normal.

Wie bei jedem operativen Eingriff kann es zu Komplikationen durch die Narkose kommen. Sie werden vor der Operation ausführlich über den Eingriff und mögliche Komplikationen aufgeklärt. Entzündet sich die Wunde, wird Antibiotika verabreicht. Aber auch Sie können eine Entzündung vermeiden. Verzichten Sie nach dem Eingriff auf Zigaretten und Alkohol, jedenfalls in den ersten Tagen!

Nachfolgende Komplikationen kommen vor, allerdings sehr selten:
Weisheitszähne haben oft extrem gekrümmte Wurzeln und befinden sich an schwer zugänglichen Stellen.
– Untere Weisheitszähne liegen häufig sehr nahe am Unterkiefernerv.
– Es kommt manchmal vor, dass Wurzeln sogar um den Nerv wachsen.
– In seltenen Fällen kommt es zu einer Verletzung dieses oder des Zungen-Nerves.
– Mögliche Folgen sind Gefühlsstörungen im Bereich Lippe und Zunge.
– Der Unterkiefer kann während der Operation brechen oder ein Loch in Richtung des Oberkiefers entstehen.

Dieses Loch muss verschlossen werden, um das Eindringen von Keimen zu verhindern.
 In wirklich äußerst seltenen Fällen werden die davor liegenden Backenzähne verletzt, durch ein Instrument zum Beispiel. In diesem Fall muss die Beschädigung beseitigt werden, in einer weiteren Zahnbehandlung. Sollte der Nachbarzahn während des Eingriffs etwas lockerer geworden sein, erreicht er bereits nach wenigen Wochen wieder seinen gewohnten festen Halt.

Was muss ich nach der OP beachten?

Bitte essen Sie nichts bis die Betäubung abgeklungen ist. Sie könnten sich ansonsten aus Versehen auf die Lippe beißen und verletzen. Trinken Sie lauwarmen Tee oder Mineralwasser, wenn Sie Durst verspüren.

Ruhen Sie sich unbedingt in den ersten Tagen nach dem Eingriff aus! Lagern Sie Ihren Kopf hoch im Bett. Kühlen Sie so oft es geht Ihre Wange mit einem feuchten Tuch oder einem Eispack ( eingewickelt in ein Tuch). Bitte vermeiden Sie große Wärme wie beispielsweise Sonnenbäder! Dadurch können starke Nachblutungen ausgelöst werden. Leichtere Schmerzen nach der Operation und Probleme beim Kauen treten auf und sind kein Grund zur Sorgen. Daher sollten Sie in den ersten Tagen weichere Kost verzehren. Harte, scharfe und sehr heiße Lebensmittel gilt es zu vermeiden.

Treten stärkere Nachblutungen, Schmerzen oder Fieber auf, kontaktieren Sie umgehend Ihre Zahnarztpraxis!
Auch wenn es schwer fällt, versuchen Sie mindestens zwei Tage nach dem Eingriff auf Alkohol, Kaffee und auch Nikotin zu verzichten! Es reizt nur unnötig die Wunde und verlangsamt den Heilungsprozess. Verwenden Sie ggf. eine medizinische Mundspüllösung beim Zähneputzen und sparen Sie die Wunde aus!

Wurde der Zahn ambulant gezogen, beauftragen Sie jemanden, der Sie nach dem Eingriff abholt. Sie könnten nach der Betäubung oder dem Schmerzmittel noch etwas benommen sein.
Sie werden ausführlich über den Eingriff informiert, was Sie nach diesem beachten müssen und welche die geeigneten Schmerzmittel und Mundpflegeprodukte sind, damit der Heilungsprozess so schnell wie möglich gewährleistet ist.

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Bildquelle: LionFive/ Pixabay

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